PRATERSTRASSE W!EN: KL!MAF!TTE FLAN!ERME!LE GEW!NNT VCÖ-MOB!L!TÄTSPRE!S 2025

Im Oktober 2024 wurde die Umgestaltung der Wiener Praterstraße fertiggestellt. Das Projekt, das die Themen Klimawandelanpassung, nachhaltige Mobilität und Aufenthaltsqualität in den Mittelpunkt stellt, wurde nun mit dem VCÖ-Mobilitätspreis 2025 ausgezeichnet.

Ausgangspunkt und Planung

2019 schrieb die Stadt Wien (MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung) ein zweistufiges Verfahren zur Neugestaltung der Praterstraße aus. Das Team von 3:0 Landschaftsarchitektur konnte sich gemeinsam mit den cuulbox-Partnern durchsetzen und wurde im Jänner 2020 beauftragt.

In die Planung flossen Ergebnisse des BürgerInnenbeteiligungsverfahrens (2017–2019) sowie die von der TU Wien erstellte Studie „Verkehrsberuhigung Praterstraße“ (DI Ulrich Leth, DI Dr. techn. Harald Frey) ein.

Zielsetzung

Das übergeordnete Ziel bestand in der Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Sinne der Klimawandelanpassung. Dabei sollte die Praterstraße zu einer attraktiven Verbindung zwischen Innenstadt und Prater werden – mit mehr Grünraum, besserer Nutzbarkeit und höherer Aufenthaltsqualität.

Wesentliche Maßnahmen

Begrünung und Kühlung

  • Pflanzung von rund 100 zusätzlichen Bäumen, die für Beschattung und Kühlung sorgen.

  • „Grüner Lückenschluss“ zwischen Ringstraße und Praterallee.

  • Erweiterte Wurzelräume (Schwammstadt-Prinzip) sichern langfristig vitale Baumbestände

  • Ergänzung durch schattige Sitzbereiche, vier Trinkbrunnen und drei Wasserelemente.

Mobilität und Straßenraum

  • Neuorganisation der Fahrbahnen: stadtauswärts eine Spur, stadteinwärts zwei Spuren.

  • Verbreiterung der Radwege auf mindestens 2,30 m – höchste Qualitätsstufe für Rad-Langstrecken.

  • Umsetzung der ersten „protected intersections“ in Wien für mehr Sicherheit und längere Grünphasen im Radverkehr.

  • Schaffung breiter Gehwege und multifunktionaler Aufenthaltsflächen.

Platz- und Parkgestaltung

  • Verkleinerung und Umgestaltung des Nestroyplatzes mit kürzeren Querungen und verbesserter Aufenthaltsqualität.

  • Deutliche Vergrößerung des Therese-Krones-Parks, 13 neue Bäume, zusätzliche Pflanzflächen und Wasserspiele.

  • Aufwertung weiterer Platzbereiche wie Nestroydenkmal, Rosl-Berndt-Platz und die Flächen um den Galaxy-Tower – barrierefrei, autofrei und mit Platzcharakter.

Boulevardcharakter

  • Flexible Zonierung für Schanigärten, Fußgängerbereiche und sogenannte „Pratertaschen“ (kleine Freiräume zwischen Baumreihen).

  • Verwendung heller Pflasterungen zur Reduktion von Hitze und zur Stärkung des einheitlichen Erscheinungsbildes.

  • Historische Fassaden und Sichtachsen bleiben durch gezielte Gestaltung erlebbar.

Bedeutung des Projekts

Mit der Neugestaltung wurde die Praterstraße zu einem klimafitten Boulevard entwickelt, der Mobilität, Stadtökologie und Aufenthaltsqualität in Einklang bringt. Die Auszeichnung mit dem VCÖ-Mobilitätspreis 2025 unterstreicht die Vorbildwirkung des Projekts für eine nachhaltige Stadtentwicklung in Wien und darüber hinaus.

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